Glossar der Filmproduktion

D

DI - Director's Interpretation

Schriftlich verfasste Ausführung des Regisseurs zur Umsetzung des Konzepts oder des .

Digital Cinema

Digital Cinema heisst digitaler Film in Kinoqualität und neueste Hig End Technik. Digital Cinema bedeutet kinematographische Bildästhetik, wie sie mit herkömmlichen High-Definition-Kameras nicht möglich ist. Die RED ONE Kamera ist Digital Cinema. Vereinfacht gesagt: Das Bild der RED ONE sieht aus wie im Kinofilm; nicht wie im Videofilm.
In einigen Bereichen, wie zum Beispiel in der Auflösung, übertrifft RED ONE die klassische Filmkamera. Sie hat eine überragende Low-Light-Performance, und durch das geringe Rauschen empfiehlt sie sich für Blue- und Green-Screenarbeiten. Ferner sind die Produktionskosten geringer, da Kauf, Entwicklung und Scannen des Filmmaterials wegfallen.
Digital Cinema heisst auch, dass eine Kamera die Möglichkeit bietet, mit geringer Schärfentiefe zu arbeiten. Dafür braucht sie einen sehr grossen /Chip. Die Masse des RED ONE CMOS-Sensors betragen 12 Megapixel und 24.4mm x 13.7mm (Super 35mm). Dies ermöglicht das Arbeiten mit einer Tiefenunschärfe wie im 35mm Kinofilm.

Digitalisierung

Digitalisieren beschreibt den Prozess des Einlesens von analogem Material in eine digitale Umgebung. Heute wird fast ausschliesslich das Filmmaterial digitalisiert, egal, wie es aufgenommen wurde. Das Filmmaterial wird nach dem Dreh digital am Computer bearbeitet: geschnitten, farbkorrigiert etc. Hier zeigt sich ein Vorzug der RED ONE Kamera: Sie zeichnet direkt digital auf Festplatten auf, die man dann sofort nach dem Drehen am Computer anschliessen kann, ohne aufwändiges Umwandlungsverfahren. Wird zum Beispiel mit 35mm Film gedreht, muss das Celluloidmaterial zuerst eingescannt werden, damit man es danach digital bearbeiten kann.

Director's Cut

Der Director's Cut (D. C.) ist eine Schnittvariante eines Filmes, die der Regisseur (Director) favorisiert. Der Begriff bringt zum Ausdruck, dass diese Schnittvariante künstlerisch der Intention der Regie näher kommt als die offizielle Erstveröffentlichung des Filmes. Vor allem in Hollywood wird ein Film häufig umgeschnitten, nachdem ein Testpublikum ihn angesehen hat, um scheinbar Unklares noch zu verändern. Es kann sein, dass ganze Handlungsstränge herausgeschnitten werden oder das Filmende verändert wird. Da dieser Umschnitt, von Produzenten gefordert, die Aussage verändert, ist die Regie nicht immer damit einverstanden. In Hollywood-Filmen ist die Regie häufig nicht dabei beim Schnitt. Nur wenigen sehr einflussreichen Regisseuren wird vertraglich ein Recht zugesichert, dass sie den "Final Cut" mitbestimmen dürfen. In Europa ist das anders. Hier sitzt der Regisseur sehr oft neben dem Cutter und gibt Anweisungen für den Schnitt oder schlägt Veränderungen vor.

Disposition

Mit Hilfe der so genannten "Dispo", auch , informiert die Produktion alle Beteiligten, wann sie am Drehtag wo zu sein haben. Ausserdem informiert die Dispo zum Beispiel über die Wetterlage, Sonnenauf- und Untergang, welche Szene wann, wo gedreht wird. Die Dispo hält alles Organisatorische eines Drehtages fest. Die Dispo enthält auch die wichtigsten Telefonnummern den Dreh betreffend.

DoP / DP

Der Director of Photography ist der (Chef)Kameramann bzw. der lichtsetzende Kameramann. Er bestimmt unter anderem das Framing und die Lichtsetzung der Szene. Der Chefkameramann ist sehr wichtig in einer Filmproduktion. Er gibt ihr "das Bild". Ein DP hat lange Filmerfahrung als Kameramann und eine klare ästhetische Vorstellung.

Drehbuch

Das Drehbuch beschreibt möglichst genau den Ablauf des Drehs, Kameraeinstellungen, Positionen, Settings etc. Erst mit einem vorliegenden Drehbuch kann eine aussagekräftige Kalkulation erstellt werden. Ein gutes Drehbuch ist ein essentieller Teil eines guten Filmes oder Spots. Aus einem schlechten Drehbuch wird kaum ein guter Film und umgekehrt kann aus einem guten Drehbuch nur mit sehr vielen Unpässlichkeiten ein schlechter Film werden.
Dazu meinte Billy Wilder, Regisseur des Klassikers "Manche mögen's heiss": Es ist möglich, dass ein schlechter Regisseur aus einem exzellenten Drehbuch einen schlechten Film macht. Kein Regisseur aber, und sei er noch so gut, kann aus einem schlechten Drehbuch einen guten Film machen.

Dutch Angle (Dutsch Tilt, Oblique Angle oder Canted Angle)

Dutch Angle (Dutsch Tilt, Oblique Angle oder Canted Angle) Ist eine schrägsichtige Kameraperspektive im Film.
Sie dient dazu, einen kranken, geistesgestörten, unwirklichen oder unirdischen Eindruck zu vermitteln, ohne dass die abgelichteten Personen selbst dazu beitragen müssen. Kennzeichnend ist der im Bild schief liegende Horizont. Zusätzlich kann die Kamera von oben oder unten auf die Protagonisten gerichtet sein.
"Der dritte Mann", "Psycho", "Batman" sind Beispiele von Filmen, die mit dieser Perspektive arbeiten.
Im expressionistischen deutschen Kino der dreissiger Jahre blühte die Schrägansicht auf und wurde häufig eingesetzt. Da "Deutsch" und "dutch" sehr ähnlich klingt, entstand die Bezeichnung Dutch Angle.